Mesopotamien (griechisch: Μεσοποταμία Mesopotamia; kurdisch: Mezopotamya; arabisch ‏بلاد ما بين النهرين‎ Bilād mā baina n-Nahrain), auch Zweistromland, bezeichnet die Kulturlandschaft in Vorderasien, die durch die großen Flusssysteme des Euphrat und Tigris beeinflusst wird.

Zusammen mit Anatolien, der Levante im engeren Sinne und dem Industal gehört es zu den wichtigen kulturellen Entwicklungszentren des Alten Orients. Mit Ersterer bildet es einen großen Teil des so genannten Fruchtbaren Halbmonds, in welchem sich Menschen erstmals dauerhaft niederließen und Ackerbau sowie Viehzucht betrieben. Während sich dieser Prozess vor allem auch am nördlichsten Rand Mesopotamiens vollzog, entwickelte sich in seinem Süden mit den Sumerern die erste Hochkultur der Menschheitsgeschichte. Ihnen folgten die Babylonier, Assyrer und Aramäer, bevor mit den Persern erstmals eine außerhalb Mesopotamiens entstandene Kultur dauerhafte Kontrolle über die Region erlangte. Auf die Perser folgten die Makedonier, Parther, Sassaniden, Araber und schließlich die Osmanen, deren Herrschaft im 17. Jahrhundert durch die persischen Safawiden kurzzeitig unterbrochen wurde.

Das vor allem in seiner Wasserverfügbarkeit höchst unterschiedliche Land bot den dort lebenden Menschen zu allen Zeiten höchst unterschiedliche Siedlungsvoraussetzungen, die massiven Einfluss auf die historische Entwicklung nahmen.

Der Begriff Mesopotamien geht angeblich auf Alexander den Großen zurück, der damit das Land „zwischen den Flüssen“ Euphrat und Tigris nördlich des heutigen Bagdad bis zur Südflanke des Taurusgebirges bezeichnete. Im Altertum bezeichnete Mesopotamia in der Regel nur den nördlichen Teil des Gebietes, während der südliche Babylonia genannt wurde. Der einzige überlieferte antike Autor, der den Begriff Mesopotamia auf das gesamte Gebiet von den Quellen bis zum Persischen Golf bezog, war um 150 n. Chr. der Geograph Claudius Ptolemaeus. Dieser Gebrauch ist heute üblich.

Während von Politik und Presse heute der Begriff Mesopotamien häufig mit dem Staatsgebiet des Irak gleichgesetzt wird, verwenden die Wissenschaften, die sich mit der Erforschung des Alten Orients beschäftigen, meist eine Definition, die auf den Flusssystemen des Euphrat und Tigris, ihrer Zuflüsse sowie dem Unterlauf des Karun beruht. Somit haben die Südosttürkei, Nordostsyrien, der Irak, Nordostkuwait und der Westiran Anteil an Mesopotamien.

Als natürliche Grenzen Mesopotamiens gelten die östlichen Tal-Randlagen des Zagros- und des Taurusgebirges, das Küstengebiet des Persischen Golfs und die beginnende syrisch-arabische Wüste. Die Quellregionen von Euphrat und Tigris gehörten dagegen geographisch nicht zu Mesopotamien. Mit dem Ende des neubabylonischen Reichs endete auch der historische Geschichtsbegriff Mesopotamien.

Jesus sprach aramäisch - eine der Ursprachen des Nahen Ostens. Dies gilt vor allem für das Gebet, das er seinen Jüngern gab, unser heutiges Vaterunser.
Ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. wurde neben der babylonischen Keilschrift für Texte auch die alphabetische Keilschrift verwendet Das ist der bisher älteste Nachweis eines Alphabets.
Mesopotamien innerhalb der heutigen Staatsgrenzen
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